Statement: Keine Zusammenarbeit mit rechten Umweltschützer*innen
Veröffentlicht am: 25.02.2020 - 12:47

Seit kurzem arbeitet eine Kleingruppe von Ende Gelände Berlin zu der geplanten Tesla-Gigafactory in Grünheide bei Berlin. Als Teil der Bewegung für Klimagerechtigkeit fordern wir einen grundlegenden Systemwandel. Wir hinterfragen einen grün angestrichenen Kapitalismus und kritisieren Scheinlösungen. Wir sind sehr skeptisch, dass Teslas Elektromobilität mit einer gerechten Verkehrswende von unten vereinbar ist. Zusätzlich befürchten wir direkte ökologische Schäden, etwa durch eine massive Wasserentnahme durch die Fabrik. Aus dieser Motivation heraus haben wir uns sowohl mit den Baumbesetzungen der Baumpirat_innen öffentlich solidarisiert, als auch mit der lokalen Bürger*innen-Initiative zusammengearbeitet.

Nach einer Anti-Tesla Demo am Samstag haben wir auf Facebook einen Hinweis bekommen, dass Nicole Z., die Rednerin der Demo der AfD nahesteht und weitere rechte Personen auf der Demo anwesend waren. Wir haben daraufhin zwei Facebook-Profile von Nicole Zöllner identifiziert, weitere Recherche betrieben und haben nachweisen können, dass sie dort rechte Verschwörungstheorien und AfD-Inhalte geteilt hat. Wir haben anschließend die „Bürger-Initiative gegen Gigafactory Grünheide“ informiert. Diese hat angegeben, dass die Informationen neu für sie waren und uns versprochen, sich öffentlich gegen die AfD zu positionieren. Des Weiteren wollen sie AfD-Mitglieder und Sympathisant*innen von Protesten ausladen und über einen Ausschluss von Nicole Z. abstimmen. Wir sagen deutlich, dass für uns nur dann eine weitere Zusammenarbeit denkbar wäre. Wir wollen gemeinsam dafür kämpfen, dass Rechte in der Umweltbewegung keinen Platz finden. Nicht nur, weil die AfD regelmäßig Hetze bis hin zu Gewaltaufrufen gegen Klimaaktivist*innen verbreitet (auch gegen Ende Gelände). Ein gesellschaftlicher Rechtsruck, rassistische Gewalttaten und Morde erfordern unsere Solidarität mit den Betroffenen. Wir sind uns bewusst, dass wir uns offensiv gegen menschenverachtende Positionen zur Wehr setzen müssen und werden das auch weiterhin tun.