Pressemitteilung: Mit Sitzblockaden den Global Strike ungehorsam machen
Veröffentlicht am: 16.09.2019 - 12:25

Straßenblockaden in Berlin am 20.9. angekündigt ++ Bündnis „Ungehorsam für Alle“ fordert Umdenken in der Klimapolitik ++ gemeinsame Pressekonferenz mit Fridays for Future am 17.9. um 11 Uhr

Berlin, 16. September 2019

Am 20. September ruft die Bewegung Fridays for Future weltweit alle Generationen zu einem Globalen Klimastreik auf. In Berlin beteiligt sich, neben vielen anderen, auch das Bündnis „Ungehorsam für Alle“ und kündigt massenhafte Sitzblockaden am Nachmittag an.

Tadzio Müller, Sprecher des Aktionsbündnisses: „Politik und Wirtschaft verharren seit Jahrzehnten in verantwortungsloser Untätigkeit. Unser Wirtschaftssystem, abhängig von Wachstum und massiven Ungerechtigkeiten, treibt die Krise weiter voran.“ Das Bündnis möchte mit seinen Aktionen den Alltag durchbrechen und die Dringlichkeit der Krise deutlich machen.

„Die Klimakrise ist auch eine Gerechtigkeitskrise. Unter ihren Folgen leiden vor allem Menschen im globalen Süden, obwohl es die reichen Industrienationen sind, die die Krise verursacht haben. Nur wenn wir anfangen, die Bedürfnisse aller Menschen zu berücksichtigen, statt den Profitinteressen einiger weniger, können wir die Krise noch aufhalten“, so Hannah Eberle, Sprecherin des Aktionsbündnisses.

Das Bündnis lädt dazu ein, sich den Blockaden anzuschließen. Hannah Eberle: „Immer mehr Menschen beteiligen sich an Aktionen des Zivilen Ungehorsams, weil ihre Sorge und die Wut über die Untätigkeit der Verantwortlichen steigt. Das Klima ist kein Verhandlungspartner. Wenn sich nicht radikal etwas ändert, dann ist die Zerstörung unumkehrbar. Sitzblockaden, Demonstrationen und Besetzungen sind wirksame Mittel, um gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Wir laden dazu ein, sich zu beteiligen. Bis sich was ändert.“

Im Aktionsbündnis „Ungehorsam für Alle“ schließen sich Aktivist*innen aus der Klimabewegung wie Ende Gelände und Extinction Rebellion mit sozialen Kämpfen wie dem Frauen*streik Berlin, der Seebrücke und dem Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn zusammen. Das Bündnis wird außerdem getragen vom Netzwerk Reclaim Club Culture, dem Kunstblock, der Linksjugend Solid, der Grünen Jugend, der Interventionistischen Linken und weiteren.

Bei Rückfragen:
Hannah Eberle: 0152-02979676
Tadzio Müller: 0170-5333709

ungehorsamfueralle@posteo.de

Pressekonferenz mit Fridays for Future, Reclaim Club Culture und Ungehorsam für Alle
Zeit: Dienstag, 17.09. 11.00 Uhr (Einlass ab 10 Uhr)
Ort: HAU 2, Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin

Weitere Informationen:
TWITTER: @UKlima2019

Weitere Zitate zur freien Verwendung:

Kunstblock:
„Es ist nötig auf stärkere Methoden zuzugreifen, wenn auf eine akute Situation nicht entsprechend reagiert wird und anstatt konkrete Massnahmen zu ergreifen, Schlupflöcher zur Vermeidung genutzt werden.“

Mietenwahnsinn:
„Als Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn setzen wir uns für einen radikalen Kurswechsel der Politik ein, um ein würdevolles Leben und Wohnen für alle, jetzt und in Zukunft, zu garantieren. Privates Eigentum an Grund, Boden, Wohnungen, Häusern und Kapital steht einer Lösung der sozialen und ökologischen Probleme im Weg. Wir brauchen eine ökologische und soziale Stadtentwicklung wie einen klimaneutralen und nachhaltigen Bau – jetzt!“

Grüne Jugend:
„Der Teil der Weltbevölkerung, der für die voranschreitende Klimakrise verantwortlich ist, soll endlich die Kosten dafür tragen! Die Menschen, die schon heute akut von den Folgen der Klimakrise betroffen sind, sollen endlich politischen Einfluss bekommen, damit nicht mehr über sie, sondern mit ihnen entschieden wird!“

Ende Gelände Berlin:
„Um die Klimakrise zu bekämpfen, braucht es einen grundlegenden Systemwandel. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Solidarität und der Erhalt unserer Lebensgrundlagen mehr zählen als die Profitinteressen Einzelner.“

Reclaim Club Culture:
„Gehorsamkeit ist keine Zivilisationserrungenschaft, die sich zu bewahren lohnt. Kritisches Denken und Emanzipation sind das Gegenteil von blindem Gehorsam und Hörigkeit. Regelbrüche sind oft nötig, um die Gesetze zu verändern. Viele geltende Gesetze spiegeln nur den Stand der gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse und Machtverhältnisse wieder und sind durch zivilgesellschaftlichen Druck veränderbar. Dieser ist angesichts der Klimakatastrophe unverzichtbar. Ohne Intervention, ohne ein wirksames, unübersehbares Nein bleibt eine radikale, d.h. grundsätzliche Infragestellung des kapitalistischen Normalbetriebs, seiner Eigentumsverhältnisse und seiner zerstörerischen Verwertungsketten reines Wunschkonzert. Jede soziale Bewegung ist nur durch eine Vielzahl von Aktionsformen erfolreich. Das kapitalistische Wirtschaften ist um ein Vielfaches gewaltätiger als alles, was im aktuellen Aktionskonsens des zivilen Ungehorsams vorkommt.“

Extinction Rebellion:
„Wir von XR sind dabei bei #UngehorsamFürAlle, weil wir glauben dass ziviler Ungehorsam ein wirksames Mittel ist, in dem toxischen System, in dem wir leben, gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen. Insbesondere, weil uns die Zeit davonläuft und unsere Welt von einem sozial-ökologischen Kollaps bedroht ist.“